Digitaler Elternsprechtag

Vorbemerkung Grundsätzlich kann man Elternsprechtage für einen Anachronismus der Schule des 20. Jahrhunderts halten, suggeriert der Begriff doch irgendwie, dass Lehrkräfte für Eltern nur an diesem Tag zu sprechen wären. Das ist natürlich Unsinn: Wenn Eltern und Lehrkräfte sich als Erziehungs- und Bildungspartner in der pädagogischen Arbeit verstehen, braucht es eine gute, dauerhafte wechselseitige Erreichbarkeit. Die Grundlagen und Standards dafür haben wir an der Realschule Tegernseer Tal ab dem Schuljahr

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Corona-Tagebuch #12 | 01.06. – 14.06.

Die Pfingstferien haben wir dafür genutzt, darüber nachzudenken, wie die nächsten sechs Wochen möglichst sinnvoll gestaltet werden können. Ausgegangen sind wir von einfachen Fragen wie beispielsweise: Was können wir aus dem Feedback der Eltern erkennen, deren Kinder jetzt tageweise wieder an der Schule und tageweise zu Hause gelernt haben? Wie ist die Stimmung bei Schüler*innen, Eltern, Lehrkräften? Was brauchen die einzelnen Gruppen auf den verschiedenen Ebenen? Wie gleichmäßig verteilt sich

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Corona-Tagebuch #11 | 18.05. – 31.05.

Wieder zwei Wochen Corona-Schule geschafft. Ab 18. Mai waren mit den 5. und 6. Klassen nun zwei Drittel der Realschüler*innen an einzelnen Tagen wieder in der Schule. Und dass es grundsätzlich (aus pädagogischer Perspektive, epidemiologisch kann ich das nicht beurteilen) eine gute Entscheidung war, trotz einer gewissen Grundunsicherheit in den Präsenzunterricht breit wieder einzusteigen, zeigt eine Umfrage, die wir nach den ersten Unterrichtstagen bei den Eltern der Jahrgangsstufen 5, 6

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Corona-Tagebuch #10 | 04.05. – 17.05

Bei der Wiederöffnung der Schulgebäude in der vergangenen Woche wurden wir von einer Journalistin der Süddeutschen Zeitung begleitet. Aufmerksam hat sie in der Früh die letzten Vorbereitungen verfolgt und genau zugesehen, wie die Schülerinnen und Schüler sich verhalten haben, als sie nach der langen Pause das erste Mal wieder in die Schule durften. Stundenlang hat sie sich mit Lehrkräften, mit Schülerinnen und Schüler, mit Eltern und mit mir unterhalten. Dabei

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Corona-Tagebuch #9 | 27.04. – 03.05.

Krisen während Krisenzeiten Es geht am Beginn dieses Beitrags nicht (oder nur rahmenbildend) um die große „Corona-Krise“. Es geht darum, dass in einer (Schul-)Gemeinschaft von mehreren hundert Personen immer ein Teil durch eine persönliche Krise geht. Immer. Das sind oft kleine Krisen (wenn Ella aus der 7e lieber mit Felix aus der 8f zum Eisessen gehen möchte), häufig mittlere Krisen (wenn Erfolg trotz großer Anstrengung ausbleibt; wenn sich trotz intensiver

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Corona-Tagebuch #8 | 20.04. – 26.04.

Weiterführung des digitalen Fernunterrichts / Vorbereitungen auf die Schulöffnung Der mediale Fokus richtete sich in der vergangenen Woche stark auf die bevorstehende Teilöffnung der Schulgebäude für die Abschlussklassen ab dem 27.04. Demgegenüber rückte in den Hintergrund, dass auch in der kommenden Woche noch 80% unserer Klassen über digitale Kanäle zuhause beschult werden. Und wir werden darin jeden Tag besser, die Prozesse haben sich soweit gut eingespielt und Schüler*innen wie Lehrkräfte

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Schule wie vor 100 Jahren?!

Disclaimer: Ich verstehe, dass unter dem Bemühen um Chancengleichheit und um die Vergleichbarkeit von Abschlüssen entschieden wurde, die Abschlussklassen wieder zurück an die Schule zu holen. Der nachfolgende Text ist als Debattenbeitrag auf den zweiten Schritt der Öffnung der Schulen, also die geplante Beschulung der „Anschlussjahrgänge“ ab dem 11.05., bezogen. Nordrhein-Westfalen hat heute als erstes Bundesland die Präsenz-Beschulung der Abschlussklassen unter lautstarkem Protest verschiedener Personengruppen wieder aufgenommen, die meisten anderen

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Corona-Tagebuch #7 | 06.04. – 19.04.

Was macht ein Schulleiter in Corona-Zeiten während der Ferien eigentlich? Ich habe … 198 dienstliche E-Mails erhalten und 92 E-Mails geschrieben, die (Teil-)Bestellung der Schulbücher fürs kommende Schuljahr bei den örtlichen Buchhandlungen organisiert, mit einem Ein-Mann-Verlag (ein verbeamteter Lehrer) diskutiert, der sein Buch nicht über die Buchhandlung liefern wollte, sondern nur im Direktvertrieb an die Schule (Ergebnis: er liefert jetzt doch über die Buchhandlung), einige Stunden mit Reiseveranstaltern über Stornogebühren

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Corona-Tagebuch #6 | 01.04. – 05.04.

Routine, Schülerbefragung und Ferienbeginn So ungewöhnlich die Situation für alle Beteiligten ist, hat sich in den letzten zweieinhalb Wochen doch auch eine gewisse Routine eingestellt. Die Lehrkräfte nehmen Erklärvideos auf, erstellen Online-Quizze, nutzen alle möglichen Tools und nehmen an Lehrer-Videokonferenzen teil, als hätten wir das schon immer so gemacht. Insofern wirkt die Corona-Krise schon auch als Katalysator für den Digitalisierungsprozess an Schulen; zumindest dort, wo eine grundsätzliche Bereitschaft da ist,

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Beziehungspflege first – Arbeitsblätter second

Der untenstehende Text ist die Langfassung eines Interviews, das am 29.03. in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen ist. Wie so ein Text entsteht, darüber habe ich hier gebloggt. Herzlichen Dank an Christian Füller für die Erlaubnis, die ursprüngliche Fassung hier zu veröffentlichen: Sollte Schule auf längere Zeit ausfallen, ist der Kontakt zwischen Schülern und Lehrern in Gefahr. Technologie kann Geborgenheit nicht ersetzen, sagt Tobias Schreiner, Leiter einer digital erprobten Realschule

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